Turnerreise 2017: Monte Tamaro – Monte Lema

Geschrieben von Lisa Berek. Veröffentlicht in TV Lotzwil

Als „Alien“ durfte ich dieses Wochenende mit dem TV Lotzwil ins Tessin auf Turnerreise mit. Hier ein
exklusiver Einblick einer Aussenstehenden in den Mikro-Kosmos Turnverein.

Wie es so schön heisst fängt der frühe Vogel den Wurm, weshalb für den Grossteil der Gruppe
bereits um 7 Uhr Besammlung am Bahnhof Langenthal war.
An diesem Samstag wurde jedoch kein Wurm gefangen, dafür aber ein alkoholisierter Fahrgast der SBB, was die Pläne unseres
Organisationstalents Pfuffi im wahrsten Sinne des Wortes aus der Bahn warf.

Nach kurzer Neuorientierung ging es dann mit 30 Minuten Verspätung Richtung Tessin. Die Bahnreise führte uns
über Olten nach Luzern, Arth-Goldau, Bellinzona und schlussendlich Rivera. Schnurstracks am
Wasserpark vorbei, liefen wir zur Seilbahn, die uns zur Alp Foppa brachte.
Auf der Alp angekommen gab es erstmal eine kleine Essens- und Unterhaltungspause. Ein Teil der Gruppe begab sich zur Kirche
Santa Maria degli Angeli, welche durch ihre einzigartige Architektur imponiert. Andere testeten die
Rodelbahn und dritte begaben sich direkt ins Bergrestaurant. Um 12:30 Uhr begann unsere
Wanderung gut gestärkt und voll motiviert. Erstes Etappenziel: Berghütte Capanna UTOE Tamaro.
Nach einem angenehmen Aufstieg über einen breiten Schotterweg kamen wir bei der letzten
Verpflegungsstation an.
Bis anhin war die Wolkendecke willkommen, da sie für Abkühlung beim Aufstieg sorgte, doch schon bei unserem Hüttenstopp zogen kalte Winde auf und man konnte
erahnen was uns auf der Wanderung noch erwarten würde. Guter Dinge liefen wir weiter, bis wir den
Hang des Monte Tamaro erreichten. Jetzt wurde der Aufstieg steiler und der Weg führte uns über
einen steinernen Hang zum Gipfel.
Voller Motivation stiegen wir auf, in der Hoffnung, die atemberaubende Aussicht geniessen zu können, doch Wolken und aufsteigender Nebel machten uns
einen Strich durch die Rechnung. Wir beschlossen nach einer kurzen Verschnaufpause weiter zu
laufen. Über Stock und Stein führte uns der Weg über den Grat bis zum Monte Lema. Teilweise war
die Landschaft von Heidelbeersträuchern geprägt, an anderen Orten dominierten grüne Wiesen.
Manchmal gelang es uns einen Blick durch den Nebel auf die Täler und Seen des Tessins und Italien
zu erhaschen. Man konnte sich vorstellen, welches Panorama einem bei gutem Wetter geboten
würde. Doch auch der Nebel hatte seine schönen Seiten – Er verlieh der Landschaft etwas
Mystisches. Nachdem wir ca. 3 1/2 h gewandert waren, spürten wir bei einer Trinkpause erste
Regentropfen. Wir montierten den Regenschutz und liefen zügig weiter, doch leider meinten es die
Wolken nicht mehr so gut mit uns. Nach kurzem Nieselregen begann es zu Hageln, darauf folgte
Gewitter, getoppt von erneutem, jetzt stärkerem, Hagel. Die letzten Meter wurden beinahe zur
Schlittenpartie. Umso erleichterter waren wir, als unsere Übernachtungsherberge endlich auf dem
Monte Lema zu sehen war.
Der Abend war ein geselliges Beisammensein mit Tessiner Küche und Jass – ein perfekter Ausklang für unseren ersten Tag.

Nach einer kurzen Nacht frühstückten wir ausgiebig.
Gabriel, unser Geografie-Experte, erklomm bereits wieder die ersten Aussichtspunkte und steckte
uns mit seiner Euphorie an. Deshalb beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zu machen, bevor
es mit der Bahn vom Monte Lema nach Miglieglia ging. Die spontane Änderung lohnte sich, da sich
uns nun endlich das gross angepriesene Panorama erbot. 2 ½ h Wandern war die Ansage von Pfuffi
für diesen Tag. Die Wanderung vom Samstag sass uns allen noch in den Knochen, doch nach kurzem
Warmlaufen liefen die Beine wieder fast von allein. Ziel war das Dorf Ponte Tresa am Luganersee. Die
Wanderung führte uns in einem leichten Auf und Ab durch herbstliche Kastanienwälder und
verzaubernde Tessiner Dörfer. Die Beine der Wanderhosen wurden an diesem Sonntag
abgenommen, denn das Tessin präsentierte sich uns jetzt von seiner sonnigen Seite.
In Ponte Tresa angekommen blieb uns Zeit für etwas Dolce Vita. Pizza, Bier und Co. – das hatten wir uns jetzt
verdient, bevor es mit dem Schiff, Postauto und Zug wieder in Richtung Heimat ging.

An dieser Stelle, vielen Dank für das herzliche Aufnehmen in der Gruppe und die super Organisation!

 

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